Erinnern, verstehen, handeln – Ausstellung im Gewerkschaftshaus Darmstadt eröffne

„Ich wusste, was ich tat“ – IG Metall Darmstadt erinnert an frühen Widerstand gegen den Nationalsozialismus

07.11.2025 | Mit einer bewegenden Eröffnungsveranstaltung hat die IG Metall Darmstadt gemeinsam mit dem Studienkreis Deutscher Widerstand 1933–1945 und der Geschichtswerkstatt Darmstadt die Ausstellung „Ich wusste, was ich tat“ eröffnet. Sie erinnert an Menschen, die früh und mutig Widerstand gegen den Nationalsozialismus leisteten – und stellt die Frage, was Zivilcourage heute bedeutet.

Rund fünfzig Besucherinnen und Besucher kamen am Donnerstagabend ins Darmstädter Gewerkschaftshaus, um die Ausstellung „Ich wusste, was ich tat“ zu eröffnen. Die Schau widmet sich jenen, die schon vor 1933 erkannten, wohin sich das politische Klima in Deutschland entwickelte – und die sich entschieden, zu handeln, obwohl sie um die Gefahr wussten.

Die Ausstellung wurde vom Studienkreis Deutscher Widerstand 1933–1945 und der Darmstädter Geschichtswerkstatt konzipiert und für die lokale Präsentation um regionale Beispiele ergänzt. Sie zeigt Arbeiterinnen und Arbeiter, Studierende, Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter sowie religiös oder humanistisch geprägte Gruppen, die in unterschiedlichen Phasen der NS-Herrschaft Widerstand leisteten oder Verfolgten halfen.


„Widerstand war nie abstrakt – er fand auch hier, in unserer Stadt, statt“, erklärte Bernhard Schütz, der die Darmstädter Ergänzungen recherchiert hat. Der Titel der Ausstellung geht auf den Mathematiker und Pazifisten Emil Julius Gumbel zurück: „Ich wusste, was ich tat.“


Erinnerung als Auftrag

In seiner Begrüßung betonte Dr. Tom Kerbaum, Geschäftsführer der IG Metall Darmstadt, die enge Verbindung zwischen historischer Erinnerung und demokratischer Verantwortung in der Gegenwart:

„Die Menschen, denen wir hier begegnen, sind nicht nur Geschichte. Sie stellen uns die Frage: Was tun wir heute, wenn Ausgrenzung, Hass oder autoritäre Töne lauter werden? Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit – sie ist eine Haltung, die wir jeden Tag einüben müssen.“

Kerbaum verwies auf den bewussten Ort der Ausstellung: das Gewerkschaftshaus. „Gewerkschaften waren und sind Orte des Widerspruchs, des gemeinsamen Sprechens und der Solidarität“, sagte er. „Widerstand beginnt nicht erst mit heroischen Taten, sondern oft mit einem einfachen Nein – einem Satz, der bleibt.“


Offener Lernort für alle Generationen

Die Ausstellung lädt dazu ein, über Zivilcourage und gesellschaftliche Verantwortung ins Gespräch zu kommen – auch über die Gegenwart hinaus. Sie soll ein Ort des Lernens und der Begegnung sein, insbesondere für junge Menschen.

„Die Ausstellung ist offen, sie spricht. Sie fragt uns. Lassen wir uns ansprechen.“, so Kerbaum abschließend.



Besuchsinformationen

Die Ausstellung „Ich wusste, was ich tat“ ist im Gewerkschaftshaus Darmstadt, Rheinstraße 06. November 2025, bis zum 18. Dezember 2025 im 3. Stock des DGB-Hauses, Friedberger Straße 25 in 64289 Darmstadt zu sehen.
Der Eintritt ist frei. Führungen für Gruppen und Schulklassen können über die IG Metall Darmstadt organisiert werden.

Von: sk

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